Demenz – Hilfestellungen im Alltag

  • By Chris Elsner
  • 14 Jan, 2014

Demenz – Hilfestellungen im Alltag

Gerade bei Demenzerkrankten nehmen sich ein Großteil der Angehörigen der Pflege und der Betreuungan. Sie stellen somit eine wichtige und große Stütze im heutigen Pflege- und Betreuungssystem da und werden an Bedeutung in Zukunft zunehmen. Pflegende Angehörige engagieren sich meist mit vollem Einsatz und sind somit stets psychischenund physischen Belastungenausgesetzt. Ein Shaolin-Prinzip unterstreicht jedoch, dass die Energie und Kraft eines jeden Menschen natürlichen Begrenzungen unterliegen. Man geht sogar davon aus, dass 80 % der pflegenden Angehörigen psychisch darunter leiden. D.h. um langfristig für sich und den Demenzerkrankten sorgen zu können, benötigt man Hilfestellungen, die den täglichen psychischen und physischen Umgang erleichtern und für beide Seiten eine erhöhte Lebensqualität schaffen. Klingt logisch – doch wie sieht dies in der Praxis aus? Hier ein paar Praxistippsund Hilfestellungenfür einen leichteren Alltag für sich und die an Demenz erkrankte Person  

Bewusstseinsschaffung der Krankheit

An Demenz erkrankte Personen sind Menschen mit einer unverwechselbaren Persönlichkeit– keine Frage. Diese ausgeprägte Persönlichkeit hängt immer von einer Vielzahl von Faktoren ab?
  • In welchem Stadion befindet sich die erkrankte Person und wie sieht der weitere Verlauf aus?
  • Welchen kulturellen Hintergrund hat diese Person?
  • Welchen Ausbildungstand hat diese Person?
  • Welche Erfahrungen haben diese Person in der Vergangenheit geprägt?
  • In welchem Umfeld hat sich diese Person beruflich und privat bewegt?
  • Lebensverlauf / Biographie des Erkrankten
  • uvm.
 

Umgang mit an Demenz erkrankten Menschen

  • Oberstes Gebot ist: Gehen Sie mit allen Demenerkrankten respektvollum. Würde, Wertschätzungund Verständnissind sehr wichtig, vor allem bei jenen, die einen schwierigen Lebensverlauf hinter sich haben
  • Aufgrund des Lebensverlaufes haben die Demenzerkrankten unterschiedliche Verhaltensweisen. Hinterfragen Sie diese. Dies fördert das Verständnis und den Umgang mit der erkrankten Person.
  • StrukturierenSie den Alltag einfach, klarund nachvollziehbar. Das schafft Sicherheit, Geborgenheit und Sie werden mit wertvollem Vertrauen belohnt. Je unsicherer sich jemand fühlt, desto aggressiver ist sein Verhalten (eben aus der Unsicherheit heraus). So kann man dem schon mal entgegenwirken.
  • Gestalten Sie klar verständliche Wahlmöglichkeiten (bitte nicht mit zu vielen Möglichkeiten überfordern) in den verschiedensten Lebenssituationen. Somit haben die Demenzerkrankten das Gefühl, dass Sie ihr Leben aktiv mitbestimmen und nicht zuviel abhängig sind. Das schafft ein wichtiges Freiheitsgefühl und in Folge innere Zufriedenheit.
  • Schaffen Sie Möglichkeiten, die an demenzerkrankte Person in ihrer Selbständigkeitzu fördern und zu unterstützen. Demenzerkrankte möchte gerne ihre eigene Identität beibehalten. Das ist natürlich immer vom Stadion der Erkrankung abhängig. Dennoch sollte nichts unversucht gelassen werden, verschiedenste Aktivitäten diesbezüglich zu setzen. Auch das schafft Genugtuung, Freude und Zufriedenheit. Z.B. Überlassen Sie ihnen oft verwendete Gebrauchsgegenstände: Geldbörse, Handtasche uvm.
  • Schaffen Sie Anreize im Alltag:Treffen mit Vertrauten, basale Stimulation, bestimmte Bewegungstherapie, Spaziergänge uvm. – erlaubt ist alles, was hilft, Spaß macht und nicht gefährdet
  • Klare, einfach verständlicheund nachvollziehbare Kommunikation. Die unterschiedlichen Möglichkeiten richten sich immer nach dem Stadium der Krankheit. Das beginnt bei der Sprache, geht über Mimik und Gestik und endet bei Beschriftungen in der unmittelbaren Umgebung. Halten Sie Blickkontakt und motivieren Sie sie zur Kommunikation. Achtung bei Warum-Fragen!
  • Bestimmte Tiereeignen sich ebenfalls gut für Therapiezwecke
 

Gesicherte Umgebung – Schaffen Sie eine Wohlfühllandschaft ohne Hindernisse

Wohlfühlen in der unmittelbaren Wohnumgebung ist das Um und Auf. Wo man sich wohl und sicher fühlt, ist man gerne und das tut der Seele gut. Die Demenzerkrankten sollen sich auch einfach und leicht zurechtfinden Beseitigen Sie vorhandene Hindernisse:Hier ein paar Anregungen
  • Sicherer stolperfreier Eingangsbereich
  • Sicherheitsschlösser, die auch von außen geöffnet werden können (Schlüssel sollen ausschließlich bei den engsten Vertrauten, die sich um den Erkrankten sorgen, hinterlegt werden)
  • Unterschiedliche Höhe der Türschwellen ausgleichen
  • Rutschige Teppiche entfernen oder Anti-Rutsch Matten verwenden
  • Farbliche Gestaltung, wenn es Höhenunterschiede bei vorhandenen Wohnflächen gibt
  • Installieren eines gesicherten Treppenliftes, falls Treppen keine Alternative mehr sind
  • Beseitigen Sie herumliegende Dinge, Kabeln – alles, wo man stolpern könnte
  • Bringen Sie Handläufe an markanten, oft genutzten Stellen an
  • Tauschen Sie rutschige Böden durch rutschfeste aus (vor allem wenn manche Böden nass werden, sind sie oft gefährlich rutschig)
  • Adaptieren Sie den Sanitärbereich (Bad und WC)
  • Badewanne: rutschfeste Matten, Haltegriffe, Badebretter oder sogar einen Badewannenlift
  • Dusche: eben und rutschfest, rutschfeste Badehocker, Haltegriffe, Duschrollstuhl
  • WC: leicht zu erreichen, Haltegriffe, erhöht, WC-Aufsatz, rutschfeste Matten
  • Waschbecken: Höhe, Haltegriffe in unmittelbarer Nähe, genügend Fläche für Wasch- und Badeartikel (leicht erreichbar)
  • Überlaufschutz
 

Einrichtungsgegenstände

  • Möbel
  • Stabil und kippsicher
  • Angepasste Armlehnen bei Sitzmöbel
  • Möglichkeit zum Anhalten
  • Richtige Höhe
  • Spezielle Pflegemöbel je nach Bedarf
  • Maßgeschneidertes Bett mit den richtigen Einsätzen
  • Sicherungen an bestimmtem Mobiliar – z. B. Bett mit Fallschut z
  • Haushaltgeräte:
  • Sicheres Aufbewahren von gefährlichen Gegenständen
  • Spezielle technische Geräte
  • Abschaltautomatik, automatische Absperrventile, Herdüberwachungsgerät,
  • Leichte Erreichbarkeit oft verwendeter Geräte
  • Brandschutzmaßnahmen
  • Bringen Sie an geeigneten Stellen Rauchmelder und Feuerlöscher an
  • Notrufmöglichkeiten
  • Spezielle Telefone
  • Notrufanlage / Rufhilfe / mobile Rufhilfe
 

Treffpunkt: Wohlfühl-Oase – Schaffen Sie eine optimale Wohnatmosphäre mit Wohlfühl-Charakter

  • Vertraute Gegenstände: Positionen Sie vertraute Gegenstände, die Freude und Wohlfühlen bereiten z.B. Fotos, Zeitschriften, Musik (CD, Schallplatten, DVDs), Geldbörse, Handtasche in unmittelbarer Näher des Erkrankten
  • Gute nicht zu grelle Beleuchtung, die ein angenehmes Licht bietet. Achten Sie darauf, dass die Lichtquellen keine Schatten werfen. Schatten Angst und Sinnestäuschen auflösen.
  • Lichtschalter sollen einfach und leicht erreichbar sein.
  • Helle angenehme Räume – Spielen Sie mit der Wirkung der unterschiedlichen Farben. Verwenden Sie keine aggressiven Farben, sondern Pastelltöne. Diese haben eine beruhigende Wirkung. Fragen Sie auch nach den Lieblingsfarben des Demenzerkrankten.
  • Ordnen Sie das Mobiliar so an, um eine vertraute Struktur und Orientierung zu bieten, was in Folge mehr Ruhe und Sicherheit sorgt. Schaffen Sie bestimmte Bereiche für bestimmte Tätigkeiten. Z.B. Essensbereich, Hygiene, Ruhe ….
  • Kennzeichnen Sie Türen, Gegenstände uvm. mit Schrift, Fotos und / oder Zeichen. Das kommt immer auf das Stadium des Demenerkrankten an.
  • Bei Eigengefährdung sollen Fenster nur mehr gekippt und somit nicht mehr geöffnet werden können.
 

Essen und Trinken

  • Spezialessen – z.B. breiige Nahrung, leicht verdauliche Nahrung, nahrhafte Nahrung, gesunde Ernährung
  • Zubereitungshilfen
  • Ausreichende Flüssigkeitsaufnahme
  • Spezialbesteck mit z.B. gerillten, dicken Gummigriffen
  • Standfeste und rutschfeste Teller
  • Rutschfeste Tischsets
  • Spezielle Schürzen
  • Spezielle Teller: mit schrägem Innenboden, aussetzbarer Tellerrand, Warmhalteteller
  • Spezielle Trinkgefäße: z.B. Becher mit tropfsicherem Deckel
 

Sonstige Hilfestellungen

  • Stabile und rutschfeste Handläufe
  • Leicht anziehbare Kleidung und Anziehhilfen
  • Entsprechendes Schuhwerk – spezielle Schuhe
  • Rollator
  • Rollstühle
Tipp:Erkundigen Sie sich: Für bestimmte Adaptierungen wie z.B. Treppenlifte gibt es staatliche Förderungen.  

Pflegende und betreuende Angehörige

Für pflegende und betreuende Angehörige gilt: Nutzen Sie Selbsthilfegruppeund nehmen Sie angebotene Hilfe an!Z.B. stimmen Sie sich mit anderen Angehörigen ab und nehmen Sie gegebenenfalls auch eine professionelle Hilfe in Anspruch (24-Stunden-Betreuung). Das ist nicht immer leicht, aber es hilft. Sie müssen auch auf sich schauen, ohne ein schlechtes Gewissenzu haben, welches Sie erdrückt. Schuldgefühle sind nicht selten, daher ist es wichtig diese Falle gleich zu umgehen. Behalten Sie Hobbiesbei, denen Sie regelmäßig nachgehen. Das liefert Ihnen wieder die notwendige Energie. Pflegen Sie auch soziale Kontakte und tauschen Sie sich regelmäßig aus – Sie sind nicht allein!
By Chris Elsner 10 Apr, 2017

Der Pflegeberuf an sich ist bereit sehr fordernd, stellt er doch sowohl mental, als auch körperlich, oft eine erhebliche Belastung dar. Die Besonderheiten der Pflege speziell in ländlichen Gebieten, sehen wir uns in diesem Blogartikel genauer an.

By Chris Elsner 30 Nov, 2016
Pflegebedarf kündigt sich bei manchen Krankheiten immerhin schon ein paar Wochen an, doch es kann auch passieren, dass jemand über Nacht zum Pflegefall wird. In solchen Fällen ist rasches Handeln gefragt.
By Chris Elsner 27 Oct, 2016

Wer unserer Facebook-Fanpage folgt hat sicher schon bemerkt, dass bei Elsner Pflege die Suche nach erfahrenen Pflegekräften ein besonders wichtiges Thema ist. Wir sind uns sicher, dass gerade die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter die wichtigste Erfolgsgrundlage unseres Unternehmens ist.

Die Arbeit im Bereich der Alten- und Krankenpflege ist oft körperlich und geistig sehr fordernd. Umso wichtiger ist es uns, Menschen zu finden, die für diesen Beruf wirklich berufen sind und mit Leidenschaft dahinter sind, um das Leben anderer Personen zu verbessern.

Jedoch ist es nicht einfach, entsprechend qualifiziertes Pflegepersonal zu finden. Deshalb haben wir von Elsner Pflege hier besonderes Augenmerkt darauf gelegt und sind für Sie direkt vor Ort in Rumänien, um Castings zu veranstalten.B

Mehrere Personen arbeiten direkt in Rumänien, um die unzähligen Bewerberinnen kennenzulernen und auch die hohen Anforderungen und Erwartungen deutlich zu machen. Abseits der fachlichen Qualifikation sind lange Gespräche nötig, um die einzelnen Bewerberinnen kennen zu lernen und die Möglichkeit zu haben einzuschätzen, wär für den Pflegeberuf in Österreich am besten Bgeeignet ist. Geschäftsführer Chris Elsner reist regelmäßig selbst nach Rumänien um Gespräche zu führen, Castings zu leiten und sich vor Ort zu vergewissern, dass das erfahrene Team von Elsner Pflege nur die Besten der Besten auswählt, um in Österreich für Elsner Pflege zu arbeiten.

By Chris Elsner 29 Sep, 2016
Die Betreuung pflegebedürftiger Menschen wird immer wichtiger, denn alleine schon der demografische Wandel führt dazu, dass wir uns als Gesellschaft dieser wachsenden Herausforderung immer mehr stellen müssen.
By Chris Elsner 24 Aug, 2016
Wer an Pflege denkt, hat meistens das Bild älterer Menschen im Kopf. Doch was wir oft vergessen ist, dass auch ein Schicksalsschlag dazu führen kann, dass es in einer Familie einen Pflegefall gibt, der Betreuung benötigt.
By Chris Elsner 29 Jul, 2016
Gerade an heißen Tagen ist es wichtig, einen kühlen Kopf zu bewahren. Jedoch ist die Hitze, speziell für Kinder und ältere Menschen, oft eine große Belastung. Wir haben uns angesehen, welche Tipps es gibt, damit ältere Menschen gut durch die nächste Hitzewelle kommen.
By Chris Elsner 20 Jun, 2016

Elsner Pflege wächst enorm schnell. Die Grundlage des Erfolges liegt in der Qualität der angebotenen Services und ist zusätzlich der professionellen Strategie des Unternehmens zu verdanken, die stets den Kunden in den Mittelpunkt stellt.Die Bevölkerung Österreichs wird immer älter und parallel dazu steigt der Bedarf nach qualifizierten Pflegekräften rapide an. Der Erfolgskurs von Elsner Pflege erfordert somit konstantes Wachstum, für das wir uns laufend einsetzen.

Erst vor wenigen Wochen wurde unser Geschäftsführer, Mag. Elsner, zu einem Gastvortrag an die Wirtschaftsuniversität Wien geladen, bei dem er über Franchising-Chancen im Pflegebereich referierte. Allein schon die Größe des Marktes ist beeindruckend, denn 550.000 Personen beziehen derzeit Pflegegeld und 26.000 haben eine 24-Stunden-Betreuerin.


By Chris Elsner 20 May, 2016
Gerade im Bereich der Pflege spielen Vertrauen und Transparenz eine große Rolle – nicht nur auf zwischenmenschlicher Basis, sondern generell.
By Chris Elsner 18 Apr, 2016
Eine aktuelle Studie des Salzburger Instituts für Grundlagenforschung (IGF), die im Auftrag der Nürnberger Versicherung AG Österreich durchgeführt wurde, hat untersucht, wie Herr und Frau Österreicher zum Thema Pflege stehen.
By Chris Elsner 17 Mar, 2016
Es gibt unterschiedliche körperliche und geistige Beeinträchtigungen, die für Schwierigkeiten sorgen und unangenehm sind. Ein Leiden, das häufig unterschätzt wird, ist Schwerhörigkeit.
More Posts
Share by: