Pflege

Gedächtnisambulanzen / Memory Kliniken

Von Elsner Pflege 28. Mai 2014 März 21st, 2021 Keine Kommentare

Vermehrt wird über Gedächtnisambulanzen gesprochen. Doch was steckt wirklich dahinter?

Wir kennen das alle! Wo habe ich bloß meine Schlüssel hingelegt? War meine Brille nicht auf dem Küchentisch? Kein Grund zur Panik, das passiert jedem einmal. Dennoch falls das Gedächtnis über einen längeren Zeitraum deutlich nachlässt oder man bei Angehörigen, Freunden uvm. eine außerordentliche Vergesslichkeit beobachtet, sollte man dieser Sache auf den Grund gehen. Eine Untersuchung wäre angemessen. Diesbezüglich gibt es sogenannte „Memory Kliniken, “ „Gedächtnisambulanzen “, „Gedächtnissprechstunden“ oder „Gedächtniszentren“ wie sie genannt werden. Dort können Sie sich oder die betreffende Person diesbezüglich untersuchen und auch beraten lassen.

 

Gedächtnisambulanz

Wie schon oben kurz angesprochen, muss Vergesslichkeit nicht immer mit einer Krankheit zu tun haben. Oft sind Faktoren wie Stress, quälende Sorgen, Depressionen, Druck, bestimmte Lebensumstände der Grund für eine verminderte Gedächtnisleistung. Liegt keiner dieser Gründe vor, ist es ratsam sich diesbezüglich mit dem vertrauten Hausarzt genauer zu unterhalten. Dieser wird Ihnen – wenn er die Notwendigkeit sieht – wahrscheinlich einen Termin in der Gedächtnisambulanz vorschlagen.

In den häufigsten Fällen sind Gedächtnisambulanzen an Spitäler angegliederte ambulante Einrichtungen, die meist „Diagnostik, medikamentöse und nichtmedikamentöse Therapie (wie etwa Hirnleistungstraining, Realitätsorientierungstraining etc.), psychosoziales Service und Schulungsangebote für Angehörige“ anbieten.

Vor Ort sorgen sich mehrere Fachärzte sowie Pflegekräfte und Psychologen um Ihre Beschwerden oder die des Betroffenen – zumindest ist das in Deutschland so – da eine verminderte Gedächtnisleistung unterschiedliche Ursachen haben kann. Natürlich spielen auch die jeweiligen Lebensumstände sowie die bisherige Krankengeschichte des Betroffenen eine große Rolle. Des Weiteren werden spezifische Untersuchungen auf verschiedenen Ebenen vor Ort durchgeführt, um eine genaue Diagnose treffen zu können

Ziel ist es eine Anlaufstelle für Betroffene mit Gedächtnisproblemen sowie für deren Angehörige zur Verfügung zu stellen. So ist die so wichtige frühzeitige Diagnose sowie eine individuelle Therapie optimal abstimmt auf den Betroffenen möglich.

Laut  Univ.-Prof. Dr. med. univ. Reinhold Schmidt, Leiter der Klinischen Abteilung für spezielle Neurologie der Med Uni Graz ist es wichtig, so einer seiner Berichte (http://www.kleinezeitung.at/vorteilsclub/387759/print.do), das Hirn in stets Schwung zu halten.

Er unterstreicht in diesem Artikel, dass ständiges Training für das Hirn wesentlich ist. Denn wie bereits bekannt ist das Gehirn keinesfalls ein Muskel, der einmal trainiert, so bleibt. Nein ständiges Training – das sogenannte lebenslange Lernen – senkt das Risiko einer Alzheimererkrankung. Dieses Training beschränkt sich aber nicht nur auf PC Programme. Nein, aktives Denken ist wichtig! Lesen Sie täglich die Zeitung, Lösen Sie Kreuzworträtsel, bauen Sie Puzzle uvm. Auch soziale Kontakte sind unerlässlich.

Ao.-Univ.-Prof. Dr. Thomas Benke, Experte für Demenzerkrankung und Leiter der Gedächtnisambulanz an der Innsbrucker Universitätsklinik für Neurologie  betont auch, dass geistige Fitness trainierbar ist. Das bezieht sich auf alle Aktivitäten, die das Gedächtnis und somit das Denkvermögen beanspruchen und fordern.

 

Hilfestellungen

Es gibt aber auch bestimmte Hilfestellungen, die das Gedächtnis unterstützen. Beispielsweise haben an Demenz erkrankte Personen es zeitweise schwer, sich in bestimmten Momenten an die richtigen Sachen zu erinnern. Anleitungen und Bilder helfen dabei.

Auch gesunde Menschen machen sich Notizen, halten Termine fest uvm. – das gehört zu einem funktionierenden Selbstmanagement dazu.

Im zunehmenden Alter ist dieses System umso wichtiger und muss je nach Situation ausgeweitet werden. Diese Hilfestellungen dienen dazu, dem Gedächtnis in notwendigen Momenten den entscheidenden Anreiz zu geben, die richtigen Inhalte abzurufen.

Kompakte, leicht verständliche Anleitungen helfen wesentlich, kompliziert wahrgenommene Abläufe zu vereinfachen. Typisches Beispiel ist die Fernbedienung des Fernsehers – welche Taste muss gedrückt werden, wenn man ein bestimmte Programm sehen möchte, wo schaltet man lauter, wo leiser. Meist ist die Schrift auf der Fernbedienung winzig klein. Wen ruft man an, wenn man jemand bestimmten benötigt? Wie gehe ich mit dem Handy um?

Auch die oben angesprochenen Bilder unterstützen den Alltag der Betroffenen. Ein Beispiel: Mit dem Bild eines Schlüssels verbinden die meisten, etwas „zu verschließen“. Deshalb kann man an bestimmten Orten bzw. Stellen das Bild eines Schlüssels befestigen, um darauf aufmerksam zu machen, z.B. die Türe zu verschließen. Soll jemand in der Früh Tabletten einnehmen und man weiß sein erster Weg ist der ins Badezimmer, kann man dort die Tablettenpackung befestigen.

Das heißt man bedient sich dem System der neuralen Netze. D.h. womit verbindet der Betroffene eine bestimmte Sache. Wenn man das weiß, kann man diese Erkenntnisse optimal und hilfreich für seinen Alltag anwenden.

Ein neuronales Netz kann als ein informationsverarbeitendes System bezeichnet werden. Dieses  besteht aus vielen Einheiten (Neuronen). Diese kommunizieren miteinander – sie senden sich Informationen in Form der Aktivierung der Zellen über gerichtete Verbindungen zu.

Das heißt das gesamte Umfeld ist voll mit Reizen und Signalen. In jeder Sekunde treffen wir auf diese und sie wirken auf uns ein. Der Mensch reagiert nicht auf jeden einzelnen Eindruck – da könnte das Gehirn schnell k.o. gehen. Genau aus diesem Grund werden die für uns wichtigen Informationen selektiert. Laut Experten  verarbeitet das Bewusstsein 40 Bits / Sekunde und das Unterbewusstsein  10.999.960 Bits / Sekunde.

 

Auszug an Gedächtnisambulanzen in Österreich

 

  • Allgemeines Krankenhaus der Stadt Linz – Linz, Abteilung für Neurologie und Psychiatrie, Spezialambulanz für Bewegung-und Gedächtnisstörungen
    Adresse: Krankenhausstraße 9, 4021 Linz, Oberösterreich
    Homepage: http://www.linz.at/akh/1493.aspv
  • Gedächtnisambulanzen Ambulanz, Christian-Doppler-Klinik Universitätskliniken Salzburg – Salzburg, Memory Clinic
    Adresse: Ignaz-Harrer-Straße 79, 5020 Salzburg
    Homepage: http://www.salk.at/601.html
  • Allgemeines Krankenhaus der Stadt Wien – Medizinischer Universitätscampus – Spezialambulanz für Gedächtnisstörungen
    Adresse: Währinger Gürtel 18-20, 1090 Wien, Wien
    Homepage: http://www.meduniwien.ac.at
  • Sozialmedizinisches Zentrum Baumgartner Höhe – Gerontopsychiatrische Tagesklinik und Memory-Klinik
    Adresse: Baumgartner Höhe 1, 1145 Wien, Wien
    Homepage: http://www.wienkav.at/kav/ows/
  • Gedächtnisambulanz AKH Wien, Ebene: Kliniken am Südgarten
    Dienstags 14.00 bis 15.30 Uhr
    1090 Wien, Währinger Gürtel 18-20
    Tel.: 01/404 00 3547

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