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Demenz allgemein

Am 11.12.2013 berichtete der ORF, dass die G-8 bis 2025 ein Demenz-Medikament haben wollen. In der Abschlussbesprechung des Gipfeltreffens in London hieß es laut ORF „man verpflichte sich dem Ziel, bis 2025 ein wirksames Medikament zur Heilung von Demenz oder zur wirksamen Verbesserung der Symptome zu entwickeln. Gleichzeitig wolle man die Forschungsausgaben deutlich steigern. Alle zwei Jahre solle auf G-8-Ebene über die Forschungsergebnisse berichtet werden. zudem soll ein internationaler Forschungsfahrplan gemeinsam erarbeitet werden“

Warum dieses Vorhaben? Seit Jahren berichten Experten und Medien, dass die Anzahl an demenzerkrankten Menschen zunimmt.

Was ist Demenz? Wikipedia definiert Demenz folgendermaßen: „Eine Demenz ([deˈmɛnʦ], lat. Demens „ohne Geist“ bzw. Mens = Verstand, de = abnehmend) ist ein Defizit in kognitiven, emotionalen und sozialen Fähigkeiten, das zu einer Beeinträchtigung sozialer und beruflicher Funktionen führt und meist mit einer diagnostizierbaren Erkrankung des Gehirns einhergeht. Vor allem ist das Kurzzeitgedächtnis, ferner das Denkvermögen, die Sprache und die Motorik, bei einigen Formen auch die Persönlichkeitsstruktur betroffen“

Eine Demenzerkrankung ist für den Betroffenen und insbesondere für pflegende Angehörige sowie das Pflege- und Betreuungspersonal eine große Herausforderung. Und dies in mehrfacher Hinsicht:

  • psychisch
  • physisch als auch
  • finanziell.

Aber auch die jeweiligen allgemeinen Gesundheitssysteme (Versorgung, Behandlung uvm) müssen sich vermerkt damit auseinandersetzen.

 

Erste Anzeichen

Was ist normale Vergesslichkeit und was sind erste Anzeichen der Demenz? Nicht immer richtig einzuschätzen. Gibt es Anzeichen, die auf Demenz hinweisen? Oft sind Demenz-Symptome nicht immer eindeutig. Eine klare Diagnose kann nur vom entsprechenden Arzt gestellt werden.

Ein verlegter Schlüssel, ein vergessener Termin – eigentlich Kleinigkeiten, über die man nicht groß nachdenkt – doch bei einer Demenz tritt die Erkrankung still und oft unbemerkt in das Leben. Daher bleibt sie zu Beginn häufig unbemerkt und unerkannt. Die ersten auftretenden Symptome sind meist schwer zu enttarnen und werden somit oft als sogenannte „Altersvergesslichkeit“ abgetan.

Umso wichtiger ist das frühzeitige Erkennen! Denn je früher man diese Krankheit erkennt, desto mehr kann der Krankheitsverlauf bei entsprechender ärztlicher Behandlung und Betreuung verzögert und der Erkrankung entgegengesteuert werden = eine Verlangsamung des Fortschreitens der Krankheit. Das bedeutet in Folge auch eine verbesserte Lebensqualität nicht nur für den Betroffenen, sondern auch für die Angehörigen bzw. das Pflege- und Betreuungspersonals.

Das heißt man sollte selbst und auch Angehörige sollten z.B. auf folgende Dinge achten:

  • Vergessen des Namens z.B. des Nachbarn, des Lieblingsschauspielers uvm.
  • Verpassen der heißgeliebten Lieblingssendung
  • Der Schlüssel oder die Brille wird ständig verlegt oder geht sogar verloren
  • Beim Einkaufen weiß man nicht mehr, was man braucht
  • Termine bzw. vereinbarte Sachen werden vergessen

Wie bereits oben in der Definition von Wikipedia kurz angerissen, kommt es zu zunehmenden Beeinträchtigungen bestimmter wichtiger Funktionen des Gehirns. Das kann das Denken und das Gedächtnis betreffen, aber auch die Sprache, die Orientierung, die Auffassung. Es ändert sich auch das Verhalten und die Persönlichkeit des Betroffenen.

 

Risiko

Die Demenzerkrankung macht nicht Halt vor bestimmten Schichten in der Gesellschaft und wird weder von einer bestimmten kulturellen Zugehörigkeit, noch vom Geschlecht oder geografischer Lage beeinflusst. Es kann somit jeden betreffen.

Fakt ist: Je älter man wird, desto höher ist die Gefahr einer Demenzerkrankung. Laut des Bundesministeriums für Arbeit, Soziales und Konsumentenschutz leiden z.B. in Österreich derzeit mehr als 100.000 Menschen an einer Demenzerkrankung. Dadurch dass die Menschen heutzutage immer älter werden (eine sehr positive Entwicklung), ist bis zum Jahr 2055 etwa mit einer Verdoppelung der Demenzerkrankten zu rechnen. EU-weit sollen sogar ca. 6 Millionen Menschen betroffen sein – das ist keine kleine Zahl.

 

Der häufigste Erscheinungstyp

Die häufigste Erscheinung der Demenzerkrankung ist die „Alzheimererkrankung“. Man geht davon aus, dass 60 % bis 80 % der Demenzerkrankten dem Alzheimertyp (DAT) zuzuordnen sind. Der Rest entfällt auf die vaskulären Demenzen (MID), Mischformen und ein geringer Anteil haben andere Ursachen.

 

Pflege und Betreuung

Nochmals zurück zur Pflege und Betreuung von Demenzerkrankten. Ein Großteil der Demenzerkrankten wird zu Hause betreut und gepflegt. Abhängig vom Fortschritt des Krankheitsverlaufes ist auch die Belastung der pflegendenden Angehörigen bzw. des Pflegepersonals. Eine Voraussetzung, um richtig mit dieser Erkrankung umzugeben bzw. sich zu verhalten, ist die Auseinandersetzung mit dem Krankheitsbild, dem Krankheitsverlauf sowie die begleitenden Symptome und die Kenntnisse darüber. Je mehr man darüber weiß, desto leichter tut man sich mit dem Verständnis, was sich auch auf die psychische Ebene positiv auswirkt. Auch diesbezüglich gibt es Vereine und Servicestellen, die mit Rat und Tat zur Seite stehen.

 

Initiativen

Es gibt verschiedenste Initiativen, die die Öffentlichkeit für dieses wichtige Thema sensibilisieren sollen, damit sich jeder ein richtiges und konkretes Bild über die Krankheit machen kann. Außerdem steigen die Chancen einer Früherkennung. Zusätzlich soll es bei den Betroffenen oder Angehörigen zu einer Reduzierung der Scheu oder Scham führen, sodass man sich mit dem Thema richtig auseinandersetzen kann. D.h. Vorurteile und etwaige Mutmaßungen sollen Wissen und Erfahrungsaustausch ersetzen. Infolge soll auch ein dementsprechender Umgang mit den Betroffenen und Angehörigen gefördert werden.